Studie «Alpiner Lebensraum»

Die Alpen sind für viele ein Sehnsuchtsort prägend für die Identität der Schweiz. Doch welche Bedürfnisse hat die alpine Bevölkerung und welche Vorstellungen verbindet die Bevölkerung im Mittelland mit den Alpen?

Um dies besser zu verstehen, haben wir als BKW das Forschungsinstitut Sotomo mit einer breit angelegten Studie zur Bedeutung des alpinen Raums und des vorhandenen Zielkonfliktes zwischen der Wertschöpfung durch zukunftsgerichtete Energie- und Infrastrukturbauten sowie der Wertschätzung der Alpenregion beauftragt. Diese Studie soll dazu beitragen, die Bedürfnisse der alpinen Bevölkerung als nicht immer gehörte Minderheit besser zu verstehen. Ebenso zeigt sie Spannungsfelder und Gemeinsamkeiten zwischen der alpinen und der nicht-alpinen Perspektive.

Für die vorliegende Studie wurden zwischen dem 12. und 26. Januar 2024 8’829 Personen befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die sprachlich integrierte Wohnbevölkerung der Deutschschweiz und der französischsprachigen Schweiz ab 18 Jahren.

Die Alpen sind ein Ort für touristische Aktivitäten, sie sind ein Lebensraum, sie bilden ein unverzichtbares Wasser-und Energiereservoir und sie sind Schutzraum für eine vielfältige Flora und Fauna.

Wichtigste Ergebnisse in Kürze

Was den Alpenraum ausmacht

Die Schweizerinnen und Schweizer sind sich einig: Die Alpen werden primär als Naturraum, Wasserreservoir, Erholungsraum sowie als Ort der Landwirtschaft wahrgenommen, jedoch weniger als klassischer Wirtschafts- und Industrieraum. Was den alpinen Naturraum jedoch ausmacht und wie dieser geschützt werden soll, dazu gehen die Vorstellungen teilweise auseinander. Für die einen ist dieser Raum insbesondere eine attraktive Kulisse, für andere ein Ort der Artenvielfalt. Für die einen steht der Erhalt des Landschaftsbilds im Vordergrund, für andere die Bekämpfung des Klimawandels.

Die Alpen als Lebens- und Wohnraum

Der wichtigste Verständnisunterschied zwischen der alpinen und nicht-alpinen Bevölkerung betrifft die Alpen als Lebensraum. Für 73 Prozent der Ansässigen ist die Bedeutung der Alpen als Lebensraum gross, jedoch nur für 61 Prozent jener, die nicht im alpinen Raum leben. Dazu passt, dass eine Mehrheit von 54 Prozent der nicht-alpinen Bevölkerung der Ansicht ist, dass es eine Beschränkung der Ausdehnung der Wohngebiete in den Alpen geben sollte. Dem stimmt jedoch nur eine Minderheit der Ansässigen zu. Mehr bezahlbaren Wohnraum für Einheimische zu schaffen, ist für die alpine Bevölkerung die wichtigste Massnahme für eine nachhaltige Entwicklung des Alpenraums. 

Die Alpen als Energieressource

Eine deutliche Mehrheit von 73 Prozent der Befragten spricht sich für erneuerbare Energieprojekte im Alpenraum aus. So sehen viele Menschen darin einen Beitrag zur Verbesserung der Energieunabhängigkeit der Schweiz. Zugleich möchten allerdings auch 93 Prozent die Natur-und Schutzräume in den Alpen möglichst umfassend erhalten und 63 Prozent wollen, dass beim Bau von Energieanlagen die Eingriffe in die Natur minimiert werden. Relevant ist hierbei, dass die lokale Bevölkerung besonders viel Wert auf eine autarke Energieversorgung legt.

Atelier für den alpinen Lebensraum

Den alpinen Lebensraum zu schützen und ihn gleichzeitig als Wertschöpfungsquelle zu nutzen, führt zu Zielkonflikten, wie die Studie bestätigt. Dieser Herausforderung widmen wir uns mit dem Atelier «Alpiner Lebensraum – Infrastrukturen zwischen Wertschöpfung und Wertschätzung» der Initiative «Lebensräume 2025». Im Rahmen des Ateliers wird gemeinsam mit Wissenschaft, Wirtschaft und Politik sowie Umweltverbänden der Frage nachgegangen, wie die Infrastruktur in den Alpenregionen optimiert und erweitert werden kann, um die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern und gleichzeitig den Lebensraum zu schützen.

Die BKW nimmt damit gesellschaftliche Verantwortung wahr, um den grossen globalen Herausforderungen auf Augenhöhe zu begegnen – und so zukunftsweisende Lösungen zu schaffen. Wir machen Lebensräume lebenswert.

Atelier Alpiner Lebensraum - Infrastrukturen zwischen Wertschöpfung und Wertschätzung

Atelier Alpiner Lebensraum - Infrastrukturen zwischen Wertschöpfung und Wertschätzung

Alpine Landschaften und Lebensräume übernehmen eine wichtige gesellschaftliche, ökologische und wirtschaftliche Funktion. Sie sind nicht nur eine beeindruckende Naturkulisse, sondern auch ein Lebens- und Wirtschaftsraum, der vor zahlreichen Herausforderungen steht. Dass diese auch Chancen bieten, zeigt sich im Atelier «Alpiner Lebensraum – Infrastrukturen zwischen Wertschöpfung und Wertschätzung».