Das Einsparpotenzial mit einer neuen Beleuchtungsanlage ist enorm
«Das Skispringen heute – so beschreibt es mein Sohn, der selbst regelmässig die Schanze heruntersegelt – fühlt sich an, als würde man stets bei Tageslicht springen», sagt Marcel Wasser, verantwortlich für die Koordination des Skispringens, für Events und für die Gastronomie rund um die Sprungschanzen Einsiedeln. «Früher, mit der alten Beleuchtungsanlage, erschien das Licht eher gelblich. Nun wirkt es selbst am Abend taghell.» Die Skisprungschanzen in Einsiedeln wurden in der Vergangenheit mit Halogen-Metalldampflampen ausgeleuchtet. Diese benötigten nicht nur Unmengen Energie, sondern jeweils auch etliche Minuten Vorlaufszeit, bis die Leuchten auf voller Leistung brannten. «Heute sparen wir bis zu 50% an Strom monatlich», weiss der Geschäftsführer.

Nachhaltigkeit gilt es, langfristig zu denken
Monetär kommt es der Skisprung-Anlage leider (noch) nicht wirklich zugute, weil die gestiegenen Energiepreise heute ganz andere Kosten verursachen als damals. «Das sind die Dinge, die du nicht vorhersehen kannst. Da holt dich die Entwicklung der Zeit ein. Dennoch», ergänzt Marcel Wasser, «lassen wir uns davon nicht entmutigen. Es kommen auch wieder andere Zeiten, nächstes Jahr sollen die Energiepreise um 12% sinken. Investitionen in die Nachhaltigkeit denken wir langfristig.»
Zurzeit steckt er mitten in der Planung für einen neuen Parkplatz, wohl mit Elektroladestationen. Auch da könnte die BKW mit ihrer Kompetenz in Smart Mobility wieder ins Spiel kommen. Der Besucherstrom in Einsiedeln hat sich intensiviert, auch weil die Skisprungschanzen zusätzlich einen Pump Track sowie ein neues Restaurant eröffneten. «Der Pump Track ist ein sehr bewusst gewähltes neues Angebot», betont Marcel Wasser. «Wir registrieren heute viel mehr Besucher, die mit dem Velo anreisen.»
Partner in Sachen Nachhaltigkeit
Seit September 2021 ist Marcel Wasser Geschäftsführer der Sprungschanzen Einsiedeln. Dass sich die BKW für nachhaltigen Schneesport einsetzt, ist ihm sehr präsent. «Unsere Wünsche an eine neue Beleuchtungsanlage gingen 2022 mit der Gründung des von der BKW geförderten Vereins «Snowstainability» einher», erinnert er sich. «Wir sind stolz, dass die Initiative mit unserer Beleuchtungssanierung ihr erstes Projekt fand, um die Nachhaltigkeitsziele konkret mit Massnahmen zu verfolgen.
Als Beleuchtungsspezialistin war die BKW die optimale Projektleiterin.» Für Skispringer und Skispringerinnen ist Licht interessanterweise nicht super relevant. Sie springen auch bei dichtem Nebel. Aber um die Zukunft der alpinen Bergregion nachhaltiger zu denken, war der Umbau alternativlos. «Durch die 38 neuen LED-Strahler haben wir – per Knopfdruck - überall die gewünschte Lichtintensität, inklusive verschiedener Lichtstufen. Zuvor brauchten die Lampen fast 15 Minuten, um die Anlage auszuleuchten.»
«Für Skispringer und Skispringerinnen ist Licht interessanterweise nicht super relevant. Sie springen auch bei dichtem Nebel. Aber um die Zukunft der alpinen Bergregion nachhaltiger zu denken, war der Umbau alternativlos.»
Nachhaltigkeit braucht einen langen Atem und passende Lösungen
Nach dem Umbau der Beleuchtungsanlage wollte man den Aufwind in Einsiedeln nutzen und zusätzlich eine Photovoltaikanlage installieren, aber die Kosten bremsten Marcel Wasser aus. «Es gibt weltweit keine Skisprunganlage, die sich autonom mit Strom versorgt und dabei rentiert. Wir werden auch nicht vom Bund bezuschusst, deshalb suchen wir weiter nach kreativen Lösungen, um die teure Montage doch noch gegenfinanzieren zu können.» Nochmals hebt Marcel Wasser auf den langen Atem ab. «Energiepreissteigerung hin oder her: Mit der alten Beleuchtungsanlage würden wir heute noch viel, viel mehr Geld bezahlen.» Deshalb hält er an erneuerbaren Energien fest und weiss, dass sich ein Weg für die Finanzierung der Solaranlage noch auftun wird.
«Eher unscheinbare Massnahmen haben auch eine Wirkung», finalisiert er. «Bei Schnee oder Frost gibt ist bei uns keinen Sprungbetrieb. Die Anlaufspuren sind aus Keramik und gelandet wird auf Matten. Da bräuchte es in Einsiedeln viel zu viel Kunstschnee, um die Anlage zu betreiben. Hier denken und agieren wir lieber so vernünftig wie nachhaltig.»