Michelle Gisin setzt auf Sonnenkraft

«Ein Haus zu bauen, ist strenger, als eine Skisaison zu absolvieren», scherzt Michelle Gisin. Für ihr neues Daheim hat die Spitzenskifahrerin nachhaltige Lösungen gewählt.

Der Sport führt sie in verschiedenste Länder. Ihre Homebase hat Michelle Gisin jedoch schon ihr Leben lang in Engelberg OW. «Für mich ist Heimat wahnsinnig wichtig», sagt die Profisportlerin. «Ich habe schon so viele Tage in fremden Betten geschlafen, in zig Hotels. Darum geniesse ich es sehr, zu Hause zu sein und meine Sachen um mich zu haben.» Bislang wohnte die zweifache Olympiasiegerin bei den Eltern, wenn sie in Engelberg war. Im November hat sie mit ihrem Partner, dem italienischen Riesenslalomspezialisten Luca De Aliprandini, nun ihr eigenes, neu gebautes Schweizer Heim bezogen. «Es ist ein riesiges Glück, dass wir dieses Projekt realisieren konnten», sagt Michelle Gisin. Bei der Umsetzung war ihr eines besonders wichtig: «Ich wollte, dass wir unser Haus so nachhaltig wie möglich gestalten.» Wie auf der Piste strebte Gisin einen hohen Standard an.

«Wir haben ein Minergie-Zertifikat, eine Photovoltaikanlage, einen Stromspeicher und eine Elektroladestation. Dazu kommt noch eine Pelletheizung in Kombination mit einem Öko-Boiler.»
Michelle Gisin

Letztere beide sind für mehrere Häuser ausgelegt, denn wie ihre Eltern wohnen auch ihre Geschwister Dominique und Marc gleich neben ihr und nutzen das Heiz- und Warmwassersystem mit. Geplant und installiert wurden Stromspeicher, Elektroladestation und Öko-Boiler von der BKW, die offizielle Nachhaltigkeitspartnerin von Swiss-Ski ist. Der Standort des Öko-Boilers ist im Haus der Eltern Gisin. «Es ist wahnsinnig cool, so eine Partnerin zu haben. Die Zusammenarbeit ist hervorragend», so Gisin. Auf die Vorteile der nachhaltigen Lösungen angesprochen, meint sie: «Wir haben schon in unserem Haus in Riva am Gardasee eine Solaranlage. Da konnte ich bereits sehen, was alles möglich ist.» In Engelberg entschied sie sich für einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch, kurz ZEV. «So können wir überschüssige Solarenergie innerhalb der Familie nutzen.»

Begeistert vom Stromspeicher

Vorher wird jedoch ihr Stromspeicher gespeist, den sie «sensationell» findet. «Wir haben dadurch 16 Kilowattstunden, die wir abends nutzen können, etwa fürs Kochen. Luca macht das ja sehr gerne. Oder fürs Licht. Gerade in der dunklen Jahreszeit ist das hilfreich.» Alle Arbeiten rund um den Stromspeicher erledigte Solstis, eine Konzerngesellschaft der BKW. Projektleiter Simon Sutter: «Der Stromspeicher von Michelle Gisin wurde passend zur Grösse ihrer Solaranlage gewählt. Auch der erwartete Stromverbrauch und die Anwesenheitszeiten flossen in die Entscheidung ein.» Solstis hat zudem die bestehende Solaranlage, die von einer externen Firma installiert wurde, erweitert und die E-Ladestation geplant und eingebaut. «Wie der Speicher wird sie mit überschüssigem Strom aus der Solaranlage versorgt», so Sutter. Für Gisin ist neben Ersterem auch Letzteres ideal: «Ich habe seit vier Jahren ein Elektroauto, denn von Swiss-Ski aus gibt es eine Zusammenarbeit mit Audi. Zu Hause laden zu können, ist natürlich ein Traum.»

«Es ist das Herzstück und sorgt dafür, dass der erzeugte Strom dort genutzt wird, wo er am effektivsten ist»
Simon Sutter über das Energiemanagement-System

Für den Öko-Boiler zeichnen die Gebäudetechnik-Spezialisten von AEK verantwortlich, ebenfalls eine Konzerngesellschaft der BKW. «Er fasst 300 Liter und ist aus Chromstahl», erklärt Markus Wetterwald, der Projektleiter. Mit maximal 70 °C Warmwassertemperatur sorge das Kompaktgerät für niedrige Investitions- und Betriebskosten. Es arbeite leise und verfüge über eine integrierte Zeitschaltuhr sowie eine Photovoltaik-Schnittstelle zur Eigenverbrauchsoptimierung. Alle Komponenten sind über ein Energiemanagement-System verbunden. «Es ist das Herzstück und sorgt dafür, dass der erzeugte Strom dort genutzt wird, wo er am effektivsten ist», sagt Simon Sutter. «Gesteuert wird alles über eine App. Das System ist sehr intelligent und benutzerfreundlich», freut sich Michelle Gisin. Dass sie alles ohne Aufwand digital im Auge behalten kann, kommt der Spitzensportlerin entgegen. So kann sie sich voll auf die anstehende Ski-Alpin-Saison konzentrieren. Diese bringt eine Neuerung: Gisin startet nicht mehr in allen Disziplinen, sondern ausschliesslich im Speedbereich. «Bis jetzt bin ich pro Saison plus/minus 40 Rennen gefahren. Das war sehr intensiv. Jetzt arbeite ich quasi nur noch 50 Prozent. Und in diesen 50 Prozent muss ich lediglich einen Lauf fahren. Das ist wahnsinnig entspannt.» Ihr grösstes Ziel für den Winter? «Mit Freude am Start stehen, die Freude in die Läufe bringen und mit Flow fahren.»

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Ringier.

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