Der Circle zeigt, was möglich ist

Seit drei Jahren ist der Circle am Flughafen Zürich in Betrieb. Er ist ein Vorzeigebeispiel für smarte Gebäudeautomation. Durch diese lässt sich viel Energie sparen. Das senkt die Betriebskosten und hilft der Umwelt.

Die Zahl ist stolz: Gebäude verbrauchen hierzulande 40 Prozent der Energie. Besonders ältere Bauten, die nicht saniert wurden, erweisen sich als Energiefresser. Gleichzeitig ist unser Gebäudepark für rund ein Drittel unseres inländischen CO₂-Ausstosses verantwortlich. Wollen wir die Klimaziele bis 2050 erreichen, braucht es dringend Verbesserungen – und Leuchtturmprojekte, die uns den Weg in eine ökologische Zukunft weisen.

Eines davon ist der Circle am Flughafen Zürich. Dort, wo sich einst die grösste Baustelle des Landes befand, steht heute ein eigenständiges Quartier, das den Airport und die Stadt Kloten verbindet und mehrere Tausend Arbeitsplätze bietet. Auf 180’000 Quadratmetern gibt es Läden, Restaurants und Hotels, dazu einen grossen Kongressbereich sowie ein Gesundheitszentrum des Universitätsspitals Zürich.

Die Gebäudeautomation im Circle

Der digitale Zwilling

Als führendes Unternehmen in der Gebäudeautomation hat die Sigren Engineering AG, eine Konzerngesellschaft der BKW, alle Lösungen für den Grundausbau geliefert. «Einem solch komplexen Projekt wie dem Circle würde eine klassische 08/15-Gebäudeautomations-Lösung nicht gerecht werden. Deshalb erstellten wir einen durchgängigen digitalen Zwilling aller Anlagen – vom Grundriss über den Sensor bis hin zum Leitsystem und zu allen Schnittstellen», erzählt Projektleiter Thomas Rüedi.

Im Circle herrsche ein grosser Nutzermix. «Umso wichtiger ist es, dass sich dank des digitalen Zwillings bei neuen Mieteranwendungen Nutzungsänderungen sehr flexibel und mit wenig Aufwand realisieren lassen. Alle dafür benötigten Basisdaten sind im digitalen Zwilling jederzeit abrufbar.» Davon profitieren auch die Techniker. Sie sehen jederzeit den Status der Anlagen. Bei Fehlermeldungen können sie schon vieles am digitalen Modell erkennen. Das erspart ihnen Wege – und entsprechend viel Zeit.

Wie bei jedem Gebäude gab es auch im Circle die üblichen Nachjustierungen nach der Startphase. «Erst mit der Nutzung des Gebäudes zeigt sich jeweils, ob sich Abweichungen gegenüber den Sollwerten ergeben», so Thomas Rüedi. Jeder PC, jede Leuchte und jeder Mensch, der sich in einem Raum befindet, beeinflussen die Raumtemperatur. «Deshalb wurden nach Bezug der Räumlichkeiten noch Feinjustierungen vorgenommen.»

Smarte Beschattung reduziert Emissionen

Die Gebäudeautomation leiste jedoch beste Dienste. «Besonders bewährt hat sich aus energetischer Sicht die eingesetzte Beschattungslösung, die sehr spezifisch nach Sonneneinfall einzelne Storen steuert», sagt Thomas Rüedi. Wenn man sich die Fassade anschaue, sei das gar nicht so einfach. «Die punktgenaue Ansteuerung der Beschattung steht in Einklang mit unserem Anspruch an hohen Nutzerkomfort und möglichst tiefen Energieverbrauch. Mit dieser Beschattungslösung wird der CO₂-Footprint der 180’000 m2 grossen Nutzfläche erheblich reduziert.»

Auch Christian Pfab, Leiter Automation bei der BKW und CEO der Sigren Engineering AG, ist hochzufrieden mit dem Mammutprojekt. «Die Gebäudeautomation wirkt sich nicht nur positiv auf die Energieoptimierung aus, sondern hat auch einen direkten Einfluss auf das Wohlbefinden und die Effizienz der Mitarbeitenden», betont er.

Als Experte der von der BKW ins Leben gerufenen Initiative «Lebensräume 2025» hat er sich besonders intensiv mit Lösungen für intelligente Gebäude befasst – auch in diversen Ateliers mit relevanten Stakeholdern. Dabei wurde genauestens analysiert, wie sich Gebäudeautomation auswirkt. «Wir schätzen, dass allein durch Automatisierung 15 bis 20 Prozent der Emissionsreduktionsziele erreicht werden – ohne Investitionen in neue Technologien», so Pfab. In einem Whitepaper, das im Rahmen der Initiative erarbeitet wurde, ist die Rede von 3 bis 4 Millionen Tonnen an CO₂-Äquivalenten, die eingespart werden können.

Der Circle sei aus seiner Sicht ein Paradebeispiel für modernste Technik und spannende Architektur, so der Experte weiter. «Deren Zusammenspiel ist nachhaltig und gleichzeitig wirtschaftlich. Der Gebäudekomplex ermöglicht auch innovative Anlässe und bietet Begegnungsräume für die Bevölkerung. Mich macht es stolz, dass wir als BKW dazu beitragen.»

 

Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Ringier.

Fotos: Valeriano Di Domenico und Flughafen Zürich

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