Atelier Klimawende: auch ein Arbeitskräfteproblem

In zahlreichen Branchen ist der Fachkräftemangel derzeit ein gravierendes Problem. Alle Industrien sind gefordert, kreative Lösungen für das Fehlen von qualifizierten Mitarbeitenden zu finden. Gleichzeitig stellt die Digitalisierung viele bestehende Jobs und Aufgaben in Frage. Es braucht Antworten, die beide Dynamiken miteinander verbinden.

Fachkräftemangel hemmt die Klimawende

Auch die Energie-, IT- und Gebäudebranche stehen vor der Herausforderung des Fachkräftemangels. In vielen Schlüsselbereichen und systemrelevanten Berufsbildern fehlen qualifizierte Fachkräfte, um die Klimawende zu beschleunigen. Die Nachfrage nach klimafreundlichen Lösungen, wie Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen übersteigt die Kapazität für deren Installation und Umsetzung. Der Mangel an Fachkräften führt zu Verzögerungen bei Projekten, Unzufriedenheit bei Kunden sowie bei den ausführenden Unternehmen und wachsender Skepsis generell, was eine ernsthafte Hürde für die Klimawende darstellt.

Das Atelier nimmt sich daher der Verantwortung an, gemeinsam kreative Lösungsansätze für das drängende Problem des Fachkräftemangels zu erarbeiten.

Erklärende Viusalisierung in Rot zum Thema Klimawende auch ein Arbeitskräfteproblem
Gemeinsame Massnahmen zur Begegnung des Fachkrätemangels in der Energie-, IT- und Gebäudebranche

Mit Hackathons werden kreative Lösungen erarbeitet

Wie kann es gelingen, den benötigten Nachwuchs für relevante Berufsbilder zur Erreichung der Klimawende zu gewinnen, auszubilden und langfristig zu halten? Im November 2023 wurden Antworten auf diese Frage gesucht und mit zwei digitalen, öffentlichen Hackathons einen innovativen, kollaborativen Ansatz gewählt.

Moderiert von 42Hacks, brachten die Hackathons verschiedene Vertreterinnen und Vertreter der erweiterten Energiebranche zusammen – von erfahrenen Fachleuten bis zu Lernenden im 4. Lehrjahr. Ziel war es, innovative und nachhaltige Lösungen für den Umgang mit dem Fachkräftemangel zu entwickeln und konkrete Schritte für eine klimafreundlichere und lebenswerte Zukunft zu planen.

Die in den Hackathons erarbeiteten Lösungen wurden im Januar 2024 mit einer Heizungsinstallateuren-Klasse der Berufsschule gibb geprüft und weiter geschärft.

«An den Hackathons, setzten wir auf die Schwarmintelligenz, um Lösungsansätze für die Problemstellung zu finden. Es liegt auf der Hand, dass wir nicht alles alleine machen können. Deshalb ist es der richtige Weg, auch auf das Wissen und auf die Erfahrung von anderen abzustellen, um somit branchenweite Lösungen zu erarbeiten.»
Adrian Stuber, einer der Atelierhosts und Mitglied des Leadership Board und Head of People & Culture bei der UMB AG

Konkrete Ideen gegen Fachkräftemangel

Mit den Hackathons konnten verschiedene Pain Points als Förderer von Unzufriedenheit von Lernenden und Berufseinsteigenden identifiziert werden. Dazu gehören Probleme mit den Vorgesetzten, zu wenig Autonomie und wertstiftende Arbeit oder die körperliche Belastung.

Als Antowrt auf diese Probleme wurden gemeinsam vier Lösungsansätze erarbeitet, welche sich unterschiedlich stark auf die identifizierten Hebel einwirken und daher gut isoliert getestet oder auch gemeinsam weiterentwickelt und geprüft werden können:

  • Befragung von Mitarbeitenden

    Der erste Ansatz ist eine systematische, branchenübergreifende Befragung von Mitarbeitenden, die ihren Job oder ihre Branche wechseln, um die Gründe für ihren Weggang zu verstehen. Darauf aufbauend können Lösungen entwickelt werden, um diese Probleme zu beheben und den betroffenen Betrieben die Möglichkeit zu bieten, Mitarbeitende länger zu halten.

  • Rotationsprogramm für Lernende

    Als zweites wird ein Rotationsprogramm für Lernende angedacht, welches Lernenden ermöglicht Erfahrungen in verschiedenen Betrieben zu sammeln, um ihre Fähigkeiten zu erweitern und unterschiedliche Arbeitsweisen kennenzulernen. So sollen ausserbetriebliche Projekte gefördert, Lernende, Betriebe und Führungskräfte gezielt weiterentwickelt und die Berufszufriedenheit erhöht werden.

  • Gründung eigener Unternehmen

    Ein weiterer möglicher Entwicklungsweg für ambitionierte Lernende und junge, innovative Berufsleute besteht in der Selbstständigkeit. Anhand von Initiativen oder Porgrammen in der Berufsschule, höheren Fachschulen und/oder im Lehrbetrieb mit regelmässigen Ausbildungstagen können sie gefördert und zur Gründung eigener Unternehmen ermutigt werden. Entweder werden die Lernenden und Mitarbeitende im eigenen Betrieb glücklicher und fähiger oder es entstehen neue Partnerbetriebe und somit langfristig neue Geschäftsmöglichkeiten.

  • Vier-Tage Woche

    Die vierte Lösung sieht eine Vier-Tage-Woche vor. Das Arbeitsmodell soll es Mitarbeitenden ermöglichen entweder die gleiche Arbeitszeit in vier Tagen zu absolvieren oder bei voller Bezahlung weniger Stunden zu arbeiten und so ihre Work-Life-Balance zu verbessern. Eine verbesserte Work-Life-Balance soll den Stress reduzieren und den Mitarbeitenden mehr Freizeit ermöglichen, was wiederum zu gesteigerter Produktivität und geringeren Fehlzeiten führt und die Attraktivität sowohl als Arbeitgeber sowie als Branche erhöht.

Die Zukunft nachhaltig mitgestalten

Die erreichten Lösungsansätze aus den Hackathons sind sehr zufriedenstellend. Die gewonnenen Erkenntnisse verdeutlichen, dass die erweiterte Energiebranche den Fachkräftemangel nicht nur als Problem, sondern als Chance betrachtet. Mit der richtigen Mischung aus Innovation, Digitalisierung und Zusammenarbeit kann es gelingen, motivierte Mitarbeitende zu gewinnen und zu halten, damit die Energiewende nicht durch den Fachkräftemangel ausgebremst wird.

Die bisher erarbeiteten Lösungsansätze werden nun in einem nächsten Schritt mit Lernenden, Berufsschulen, Branchenverbänden und Unternehmen überprüft und weiterentwickelt. Das Ziel ist, die Branche für Fachkräfte insgesamt attraktiver zu gestalten, wobei die Zusammenarbeit mit jungen und zukünftigen Fachkräften von entscheidender Bedeutung ist. Dabei geht es nicht allein darum, einen Dialog zwischen den Generationen zu führen, sondern auch die Bedürfnisse der kommenden Generationen aufzugreifen und voranzubringen.

Wenn Sie Interesse haben, die Zukunft der erweiterten Energiebranche mitzugestalten und sich einzubringen, sind Ihre Ideen und Ihr Engagement herzlich willkommen. Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme via lebensraeume_2025@bkw.ch

Die Atelierhosts

Myriel Nussbaum

Als Co-Leiterin «Business Transformation» schafft Myriel Nussbaum ein leistungsorientiertes Arbeitsumfeld sowie eine partnerschaftliche Kultur. Dies ermöglicht den Mitarbeitenden, ihre Stärken voll auszuschöpfen und exzellente Ergebnisse zu erzielen. Sie entwickelt innovative Strategien zur Gewinnung und Bindung von Talenten und leitet Transformationsprojekte, die zur effizienten und zukunftsorientierten Entwicklung der Organisation beitragen. Myriel Nussbaum hat Volkswirtschaft studiert und mehrere Nachdiplomstudien in Kommunikation und angewandter Psychologie absolviert.

Blonde Frau mit grünem Blazer

Adrian Stuber

Als Mitglied des Leadership Boards und Head of People & Culture bei UMB AG, der IT-Sparte der BKW begeistert es Adrian Stuber Menschen und Organisationen in die digitale Transformation zu begleiten. Im vergangenen Jahr wurde UMB als erstes Schweizer Unternehmen überhaupt zur besten Arbeitgeberin Europas gekürt.

Adrian Stuber ist ein Herzblutpersonaler, mit langjähriger nationaler und internationaler HR-Expertise.

Mann mit dunklem Hintergrund und blauem Blazer

Wir machen Lebensräume lebenswert. Mit Pioniergeist.

Wir machen Lebensräume lebenswert. Mit Pioniergeist.

Unsere Stärke ist das Zusammenspiel von verschiedenen Fachgebieten, Berufen und Ideen. Gestalten Sie mit uns Lebensräume mit Zukunft, in denen Menschen gerne leben und sich entfalten können!